Wie funktioniert die klassische ELEKTROMATEN-Funksteuerung bei Hallentoren?

Klassische Funktechnik verständlich erklärt: Viele ältere und weiterhin betriebene Hallentore mit GfA-ELEKTROMATEN-Technik arbeiten mit selbstcodierbaren beziehungsweise Fixcode-Funksystemen. Bei den klassischen Tedsen-K512-Systemen wird eine festgelegte Codierung per Funk übertragen und vom passenden Empfänger ausgewertet.

Wichtig vorweg: Dieser Beitrag beschreibt klassische selbstcodierbare beziehungsweise Fixcode-Systeme von GfA/Tedsen. Er lässt sich nicht pauschal auf alle modernen ELEKTROMATEN-Anlagen übertragen. Aktuelle GfA-Steuerungen unterscheiden ausdrücklich zwischen mehreren Funk-Herstellersystemen.

Der Code wird im Handsender eingestellt

Bei klassischen Tedsen-Teletaster-Systemen der K512-Familie befindet sich im Handsender eine DIP-Schalterleiste zur Einstellung der Funkcodierung. Für die Handsender SKX1MD bis SKX4MD dokumentiert Tedsen eine neunpolige DIP-Schalterleiste mit drei möglichen Schalterstellungen. Die ersten sieben Schalter bestimmen die sogenannte Stammcodierung; die beiden weiteren Positionen definieren den Kanal- beziehungsweise Tastencode. Die konkrete Schalterkombination eines individuellen Senders wird hier bewusst nicht dargestellt.

Tedsen beschreibt außerdem, dass die Stammcodierung bei Sender und Empfänger passend eingestellt sein muss. Details finden sich in der Originalbetriebsanleitung für die Teletaster-K512-Handsender SKX1MD bis SKX4MD.

Das Grundprinzip der klassischen ELEKTROMATEN Funksteuerung ist damit übersichtlich: Sender und Empfänger müssen auf dasselbe beziehungsweise ein zueinander passendes Codesystem abgestimmt sein.

Aus der Codierung wird ein Funktelegramm

Beim Betätigen des Handsenders wird die eingestellte Codierung von der Senderelektronik als zeitlich strukturierte Funkinformation übertragen. Bei einer von uns untersuchten klassischen Funkstrecke ließ sich eine trägergetastete Übertragung beobachten: Der HF-Träger wird entsprechend der digitalen Impulsfolge ein- und ausgeschaltet. Dieses allgemeine Modulationsprinzip wird als OOK (On-Off Keying) bezeichnet.

Der Empfänger gewinnt aus dem empfangenen Signal wieder die zeitliche Information und wertet sie gegen die für das System vorgesehene Codierung aus. Konkrete Impulslängen, eine rekonstruierte individuelle Funkcodierung oder eine konkrete DIP-Schalterstellung des untersuchten Senders veröffentlichen wir bewusst nicht.

Das Funktelegramm wird während der Betätigung wiederholt

Bei der untersuchten klassischen Funkstrecke wurde während eines Tastendrucks derselbe Grundrahmen wiederholt ausgesendet. Dadurch steht dem Empfänger die Information während der Betätigung mehrfach zur Verfügung. Auch hier bleibt die konkrete, individuell ausgelesene Codierung ausdrücklich außen vor.

Der Funkempfänger entscheidet über den Steuerbefehl

Der Funkempfänger empfängt Signale in seinem vorgesehenen Frequenzbereich. Erst die Auswertung der übertragenen Codierung entscheidet, ob daraus ein Schaltbefehl für die Torsteuerung entsteht.

Bei klassischen selbstcodierbaren Systemen erfolgt die Abstimmung über die Codierung von Sender und Empfänger. GfA beschreibt ältere Funktechnik als 434 MHz, selbstcodierbar und nennt für passende Handsender die Codierung über einen Codierschalter. Siehe dazu das GfA-Katalogblatt „Funk 434 MHz, selbstcodierbar“.

Bei aktuellen GfA-Steuerungen kann der integrierte Funkempfänger dagegen über die Steuerung auf ein Funk-Herstellersystem eingestellt werden. Die aktuelle Herstellerdokumentation führt unter anderem 433 MHz GfA/Tedsen als Fixcode und beschreibt außerdem das Einlernen von Funkhandsendern sowie das Speichern einer Handsender-ID. Die zugehörige GfA-Dokumentation ist über die GfA-Downloadseite verfügbar.

Warum war dieses System so verbreitet?

Das klassische Prinzip ist vergleichsweise einfach aufgebaut: Eine festgelegte Codierung im 433-/434-MHz-Handsender wird per Funk übertragen und vom passenden Funkempfänger ausgewertet. Für Wartung und Instandhaltung älterer Industrieanlagen ist diese klare Trennung von Sender, Funkstrecke, Empfänger und Torsteuerung gut nachvollziehbar.

Tedsen gibt für die Teletaster-K512-Handsender SKX1MD bis SKX4MD eine Sendefrequenz von 434 MHz an. Die Produktinformationen beschreiben die Codierung dieser Midi-Handsender über einen Codierschalter. Weitere Angaben stehen in den Tedsen-Produktinformationen zu den Midi-Handsendern.

Fixcode ist nicht Rolling Code

Für die Einordnung ist die Unterscheidung zwischen Fixcode und Rolling Code wichtig. Beim hier beschriebenen klassischen Fixcode-System bleibt die für einen Sender vorgesehene Kennung grundsätzlich konstant. Rolling-Code-Systeme arbeiten dagegen mit einer sich nach dem jeweiligen Verfahren verändernden Übertragungsinformation.

Genau deshalb darf man die hier beschriebene Technik nicht automatisch auf alle heutigen GfA-ELEKTROMATEN-Anlagen übertragen. In aktueller GfA-Dokumentation werden mehrere Systeme getrennt geführt, darunter 868 MHz GfA/Teleco, 433 MHz GfA/Tedsen als Fixcode, 433 MHz Teleco sowie 433-MHz-Rollcode-Systeme verschiedener Anbieter.

Interessant bei Reparatur und Fehlersuche

Das Verständnis dieses Aufbaus hilft bei der strukturierten Fehlersuche an einer älteren Hallentor Funksteuerung. Die Signalkette lässt sich gedanklich in vier Bereiche aufteilen:

Handsender → Funkübertragung → Funkempfänger → Torsteuerung

Ein Fehler muss daher nicht zwangsläufig im ELEKTROMATEN-Torantrieb selbst liegen. Je nach Anlage können beispielsweise der Handsender, die Funkstrecke, Antenne, Funkempfänger oder die Sender-/Empfängerkonfiguration geprüft werden. Arbeiten an einem Industrietor und seiner Steuerung gehören wegen der möglichen Gefahren durch bewegte Tore und elektrische Anlagen in fachkundige Hände.

Fazit

Die klassische Funksteuerung vieler älterer GfA-ELEKTROMATEN-Hallentore lässt sich technisch gut in einzelne Funktionsblöcke zerlegen:

Codierung → Funktelegramm → 433/434-MHz-Funkübertragung → Funkempfänger → Torsteuerung

Bei einem klassischen Tedsen K512 wird die Funkcodierung über DIP-Schalter festgelegt, während GfA entsprechende ältere Systeme als selbstcodierbar beziehungsweise aktuelle GfA/Tedsen-Varianten als Fixcode einordnet. Moderne ELEKTROMATEN-Steuerungen können daneben andere und weiterentwickelte Funkverfahren verwenden.


Herstellerquellen

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